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Naturgeist im Auto

Waldorfschulen und die Moderne? Das waren schon immer zwei Dinge, die nicht unbedingt harmonieren. Bereits der Gründer der Waldorfschulen, der anthroposophische Vordenker Rudolf Steiner, klagte über die Moderne und den „Materialismus”.

Steiner behauptete, dass das „ganze neuzeitliche Geistesleben” geradezu „zerstörerische Formen angenommen” hätte. Mit den „Werken der Technik” würde zudem eine„ahrimanische”, das heißt teuflische, „Umgebung” geschaffen werden. Dieser Warnung vor der Moderne und der Technik stellte Steiner seine „Geisteswissenschaft” entgegen.

Es handelt sich um ein esoterisches Gebilde, in dem zahlreiche Wesenheiten existieren. In Steiners Planetarium leben „Volksgeister”, „Erzengel”, „Zwerge” und andere Gestalten. Die „Volksgeister” würden „das Leben größerer Menschheitszusammenhänge, wie zum Beispiel Völker” und „Rassen” beeinflussen, sagte Steiner. Er behauptete, dass er den Weg gefunden hätte, das Wirken dieser Wesenheiten zu erkennen. Sein theoretisches Gebilde nannte er „Anthroposophie”. Diesem Gebilde werden Waldorfschüler_innen bis heute ausgesetzt.

Etwa 70.000 Schülerinnen und Schüler werden auf den deutschen Waldorfschulen anthroposophisch verzogen. Für Waldorfpädagog_innen und Waldorfeltern gibt der „Bund der Freien Waldorfschulen” ein Hochglanzmagazin heraus.

Die Zeitschrift „Erziehungskunst” wird von zahlreichen Eltern und Lehrern gelesen, denen dort eine aktualisierte Form der anthroposophischen Ideologie vermittelt wird. Die Angst vor der Moderne und vor der Technik ist in diesem Magazin bis heute zu finden. In der Mai-Ausgabe dieser Waldorf-Zeitschrift wird sich mit „Phantasie und Technologie” auseinandergesetzt.

Dort warnt Martin Spura vor der Technik und vor ihren angeblichen Folgen: „Die Technik bedroht die Ästhetik und vernichtet sie”, glaubt Spura. Er fordert Märchen statt Märchenfilme, denn durch Filme, bei „denen der technische Effekt im Vordergrund steht”, würden „keine zarten Seelensaite mehr erklingen”. Die Folgen dieses visuellen Märchen-Konsums sei, dass Kinder zunehmend an „ADHS leiden” würden.

Spura macht diese Krankheit zu einer „Eindrucks­allergie” und deutet so die Ursachen der Krankheit um. Seine unwissenschaftliche Diagnose führt den Anthroposoph zur Forderung nach einem „Raum” ohne„technischen Leistungs– und Fortschrittsanspruch”. Dieser Raum wird in den Waldorfschulen geschaffen, in dem die moderne Technik im besten Fall vernachlässigt wird.

Im schlimmsten Fall wird sie komplett abgelehnt. Dies zeigt auch ein weiterer Artikel in der anthroposophischen Zeitschrift. Dort darf eine Dr. Paula Beckmann, die als „Medienpädagogin” in Erscheinung tritt, vor den Gefahren von Computerspielen und Fernseherfilmen warnen, indem sie Menschen, die Computer-Spiele nutzen, als dicke und süchtige Nerds denunziert. Sie zitiert, am Ende ihres tendenziösen Artikels, einen namenlosen Spiele-Süchtigen:

Unverständlich, dass Leute, die Haschisch oder Drogen verkaufen, festgenommen werden, während Leute, die Spiele wie WoW verkaufen, als Stützen für den Wirtschaftsstandort angesehen werden.

Durch Computerspiele und Fernseher-Konsum würden die Menschen zu „biologische Maschinen” mutieren. Beckmann sieht darin eine „Art von Materialismus”. Auf den Spuren des Vordenkers, Rudolf Steiner, werden alle technologischen Errungenschaften abgelehnt.

Einen anderen Weg empfiehlt Thomas Mayer, der ansonsten mit„Zwergen” spricht. Er behauptet in seinem wahnhaften Artikel, dass die „Naturgeister”, deren Erfindung auf Rudolf Steiner zurückgeht, „auch mit der Technik verbunden” seien. Mayer will einen „Naturgeist” gefunden haben, der seinen Computer begleitet. Er will sogar den Namen dieses „Naturgeist” erfahren haben: „Sora Barabam” lebt, zumindest für den esoterischen Autoren. Außerdem möchte Mayer viele weitere Wesenheiten entdeckt haben, die seinen technischen Gefährte begleiten.

In seinem Auto soll es gleich zwei Wesen geben, die ihn vor Unfällen und Pannen schützen. Mayer breitet nun eine ganze Geschichte aus, für die sich gläubige Esoteriker sicherlich begeistern werden.

Einmal ging ich zu ‘Huma Ranatal’, einem Naturwesen, das andere Naturwesen ausbildet, und bat ihn: ‘Ich hätte gerne aus Deiner Schule ein Naturwesen für mein Auto. Ich fahre immer zu schnell und habe ein ungutes Gefühl.’ Zack, war schon ein Wesen da, es heißt ‘Huma Uto’. Ich nahm es mit zu meinem Auto. Da fiel mir ein, ich würde etwas falsch machen, da ist doch schon jemand! Also führte ich ein Gespräch mit dem Autowesen. ‘Ich bringe Huma Uto mit, ist es Dir recht?’ Die beiden rauften sich zusammen und ich hatte zwei Wesen in meinem Auto (…).

Einmal war ich auf der Autobahn und hatte vergessen zu tanken. Der Motor setzte aus und ich rollte auf den Seitenstreifen. Ich sagte zu ‘Huma Uto’: ‘Eineinhalb Kilometer sind es noch bis zur nächsten Ausfahrt und 500 Meter bis zur Tankstelle, bitte hilf, dass das noch möglich ist!’ Auf einmal lief der Motor wieder. Ich dachte, das ist doch nicht möglich, der Motor hat doch schon ausgesetzt? Wir sind aber genau hingekommen, nur die letzten zwei Meter zur Tanksäule musste ich schieben.

Der anthroposophische Autor gibt den geneigten Waldorfpädagoginnen und Waldorfeltern einige Ratschläge mit auf den Weg. Er glaubt:

Technikwesen wollen geliebt und angesprochen werden.

Daher empfiehlt er, dass seine Leser_innen das Gespräch suchen, dadurch würden „viele unnötigen Reparaturen und Verschrottungen vermieden werden”.

Das anthroposophische Magazin bewegt sich eben irgendwo zwischen irrationaler Ablehnung der Moderne und ebenso irrationaler Verklärung der Technik, die mit nicht-existenten Wesenheiten in Verbindung gebracht wird. Es wird allerdings genügend Pädagogen und Waldorfeltern geben, die nach der „Erziehungskunst”–Lektüre nun den „Naturgeist” in ihrem Auto suchen.

Zwerg im Kopf

Zu Besuch bei Elementarwesen in Susannes Wohnung.

Gestern war ich bei Susanne, sie wollte einige Wesen ihrer Wohnung kennenlernen. Ich zeigte ihr im Esszimmer neben der Küchenzeile das Wohnungswesen, das man in einem Durchmesser von etwa siebzig Zentimeter und einer Höhe von etwa 1,50 Meter erleben konnte. (…) Das Wohnungswesen koordiniert alle Elementarwesen der Wohnung, lebt sehr stark das soziale Leben der Menschen mit und ist deshalb ein geeigneter Ansprechpartner. Deshalb bat ich Susanne, das Wohnungswesen einmal direkt anzusprechen. Sie meinte, sie könne das nicht. Ich sagte: ‚Du musst es einfach tun und das Wohnungswesen ernst nehmen.‘ Sie versuchte es und sagte: ‚Ich habe den Eindruck, dass ich mich erst mit dem Wesen noch mehr anfreunden muss, bevor eine differenziertere Kommunikation möglich ist.‘ (…) Susanne tastete dann noch mit den Händen das Wesen, das sich dichter und pelziger anfühlte als die Umgebung. Ich suchte weiter. In einer Ecke des Esszimmers saß ein Zwerg. Dieser war sehr fest geformt, etwa einen halben Meter hoch, darüber wurde es sehr licht, weit und weise. Schnell begriff ich, dieser Zwerg ist viel schlauer als ich, er besitzt Weltenweisheit. (…) Vor dem Fenster fand ich einen größeren Bereich voller Bewegung und träumender und leicht melancholischer Weisheit: das Wasserwesen der Wohnung. (…) Es gibt heute an jedem Ort nicht nur Erdwesen, Wasserwesen, Feuerwesen und Luftwesen, sondern überall noch eine fünfte Art: die Christus-Elementarwesen. In der Wohnung von Susanne wird man von einem solchen gleich im Flur empfangen (…). An jeder Ecke des Lebens arbeiten Elementarwesen mit. Ohne sie läuft nichts!

Aus einem aktuellen Artikel der Waldorfzeitschrift „Erziehungskunst“ (04/2011), in dem der Autor Thomas Meyer über seine Erlebnisse mit „Zwergen“ und anderen „Elementarwesen“ berichtet.

 

Geheime Mächte & Arbeit im Gemüsebeet

Die Januar-Ausgabe der anthroposophischen Zeitschrift„Erziehungskunst“, die für 4,90 € aus der Welt der Waldorfschulen berichtet, beschäftigt sich mit dem Thema „Globalisierung“. Ein Blick in die Zeitschrift, die vom „Bund der Freien Waldorfschulen“ herausgegeben wird, macht deutlich, dass Anthroposophinnen und Anthroposophen gegen die Moderne agitieren, wenn sie von„Globalisierung“ sprechen.

Das verdeutlicht bereits das Editorial, das mensch wie folgt zusammenfassen könnte: Internet ist scheiße. Dieser Gedanke drängt sich beim Lesen der Zeilen, die Mathias Maurer zu verantworten hat, förmlich auf. Schließlich beklagt Maurer die„hektische Online-Geschäftigkeit“, die mit dem Internet einhergehen würde. Das Netz sei ein „globaler Gleichmacher und Beschleuniger“. Der Redakteur der „Erziehungskunst“ breitet im Editorial der Waldorf-Zeitschrift eine niedliche Verschwörungstheorie aus, mit der er dem Netz eine Art Omnipotenz unterstellt:

„Und in einem weiteren Punkt sind wir dem Internet bewusstseinsmäßig nicht gewachsen: Es manipuliert uns, ohne dass wir es merken“.

Maurer fordert daher, Schülerinnen und Schülern nicht nur „zu vermitteln, wie Computer funktionieren“, sondern „darüber aufzuklären, welche Abgründe sich hinter ihrer Nutzung auftun“.

Außer solchen Warnungen vor dem Internet finden sich in der„Erziehungskunst“ weitere Inhalte, die einen genaueren Blick lohnen. Während auf der einen Seite vor dem angeblich manipulierenden Netz gewarnt wird, findet sich auf der anderen Seite die Huldigung des bäuerlichen Landlebens.

In der Zeitschrift werden anthroposophische Biohöfe gelobt, „die eine Perspektive bieten für straffällige oder lernschwache Jugendliche“, die zum Kartoffel-Ernten anscheinend gerade gut genug sind. „Drogenkranke, Langzeitarbeitslose aber auch aktive Senioren“ werden ebenfalls zum Arbeitseinsatz benötigt. Neben solchen Problemfällen sind es aber auch „‚ganz normale‘ Kinder“, die die„Arbeit im Gemüsebeet“ und mit „den Kühen“ kennenlernen sollen. Während also auf der einen Seite eine Errungenschaft der Moderne, das Internet, abgelehnt wird, wird auf der anderen Seite der Bauernhof gelobt. Schließlich würde „die Natur, das Leben und Arbeiten auf dem Bauernhof, der Umgang mit seinen Pflanzen und Tieren“ einem höheren Zweck, nämlich „der Gesundung, der Therapie“ dienen.

Anthroposophinnen und Anthroposophen geht es allerdings nicht nur um die Ablehnung moderner Techniken und der Romantisierung der Natur. Bereits der Begründer dieser Lehrer, Rudolf Steiner, verfolgte mit seinen Theorien ein höheres Ziel. Ein Beispiel ist seine Theorie der „Sozialen Dreigliederung“, mit der die bürgerliche, kapitalistische Gesellschaft in Teilbereiche aufgeteilt werden sollte. Diese Theorie der„Sozialen Dreigliederung“ erfreut sich bis heute großer Beliebtheit. Der Anthroposoph Klaus Weißinger darf in der aktuellen „Erziehungskunst“ die Werbetrommel für die anthroposophische Wirtschaftstheorie rühren. Hier werden „Assoziationen“ beworben, in denen „Produzenten, Händler und Verbraucher an einem Tisch sitzen“.

Dem anthroposophischen runden Tisch, der alle Ungerechtigkeiten der kapitalistischen Ökonomie beseitigen soll, sollen allerdings noch andere Instrumente hinzugefügt werden: Hier beruft sich Weißinger nicht nur auf Rudolf Steiner, sondern auch auf den „Zinskritiker“ Silvio Gesell, dessen Theorien als strukturell antisemitisch beschrieben werden können. Weißinger spricht sich gegen den „Zinseszins“ aus. Dieser sei „völlig unnötig“.  Stattdessen müsste „Geld im Sinne von Silvio Gesell ‚rosten‘ und nach Rudolf Steiner ‚altern‘“.

Bei solchen Forderungen gegen den „Zinseszins“ und für das rostende, alternde Geld verwundert die wenig später abgedruckte Anzeige des „Urauchhaus“-Verlags, in dem auch die nationalistischen Erinnerungen des „Erzoberlenkers“ Friedrich Rittelmeyer erschienen sind, in keiner Weise. Diesmal wird ein Buch des Anthroposophen Gerd Weidenhausen beworben. Die Anzeige wirbt mit einem „Blick hinter die Kulissen“. Dem Autoren sei es gelungen, „hinter die Kulissen zu leuchten und zu zeigen, wo die eigentlichen Akteure sitzen und an welchen Fäden sie ziehen“, heißt es im Stile einer drittklassigen Verschwörungsthorie, bei der natürlich geheime Mächte an Fäden ziehen.

Es geht um Russland und die USA, denen Weidenhausen, in einem weiteren Artikel, unter anderem vorwirft, dass deren „Geschichte letztlich ein Ergebnis eines Jahrhunderte währenden Einsaugens fremder Ideen und Konzepte“ sei. Russland sei an Beispiel für „Unbedarftheit, Zurückgebliebenheit und ein gehöriges Maß an Unreife“, schreibt Weidenhausen. Den USA wirft er dagegen einen „Missionarismus“ vor. Außerdem würde das Bild eines„eines neuen, jungen und in stetem Wandel begriffenen Land nicht“ der Realität entsprechen.

Neben solchen Ideen, die in der „Erziehungskunst“ beworben werden, finden sich weitere Artikel, die verdeutlichen, dass die heutige Anthroposophie genauso reaktionär ist wie bereits zu den Zeiten ihrer Gründung Anfang der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Der nahende hundertfünfzigste Geburtstag des Gründers der Anthroposophie, Rudolf Steiner, ist auch für die „Erziehungskunst“ein Anlass, einen Blick in das Leben des großen Vorbildes zu werfen. Dieser Artikel stammt von Lorenzo Ravagli, der sich ansonsten auch über „faschistoide Antifaschisten“ erregt und dessen eingestelltes Buchprojekt mit dem Anthro-Nazi Andreas Molau für Aufmerksamkeit sorgte.

In der „Erziehungskunst“schreibt Ravagli über sein großes Vorbild. Ravagli berichtet aus verschiedenen Jugenderinnerungen Steiners und hebt einige Pfarrer hervor, die Steiner prägten. Er erwähnt – ohne Quellenangaben – einen besonderen Pfarrer, der die„Freimaurerei“ bekämpfte. Leider verschweigt Ravagli die antisemitischen Ausfälle des Pfarrers, die von Steiner mit einiger Begeisterung geschildert werden. In seiner Autobiographie „Mein Lebensgang“ schreibt Steiner über eine Predigt des Pfarrers, den er wie folgt zitiert:

Geliebte Christen, merket wer ein Feind dieser Wahrheit ist, zum Beispiel ein Freimaurer und ein Jude.

Steiner begeisterte sich an dieser Rede:

Die Tatkraft, mit der dies gesprochen wurde, gefiel mir ganz besonders.

Der Pfarrer habe„außerordentlich viel“ für seine „spätere Geistesorientierung“ getan, urteilte Steiner. Von den antisemitischen Tiraden des Pfarrers wird mensch allerdings nichts in Lorenzo Ravaglis Artikel erfahren, der diese Ausfälle des Pfarrers nicht erwähnt.

Ablehnung des Internets, Huldigung des Bauernhofs, verkürzte Kapitalismuskritik, Verschwörungstheorien und die Idealisierung des geistigen Vorbilds. Diese Inhalte finden sich in der Januar Ausgabe der„Erziehungskunst“. Die Zeitung zeigt die Positionierung von Anthroposophinnen und Anthroposophen deutlich auf. In der„Erziehungskunst“ wird esoterische, reaktionäre Propaganda betrieben, um anthroposophischen Institutionen wie Waldorfschulen und Kindergärten zu bewerben. Das ist auch in dieser Ausgabe der „Erziehungskunst“ nicht anders.

Engel-Propaganda

Die Dezember-Ausgabe der anthroposophischen Szene-Zeitschrift „Erziehungskunst“, die vom „Bund der Freien Waldorfschulen“ herausgegeben wird, macht den esoterischen Gehalt der Waldorf-Pädagogik deutlich. Bereits im Editorial wird der Begründer der Waldorfschulen, Rudolf Steiner, als „bedeutender Vordenker des 21. Jahrhunderts“ gehuldigt. Jener Rudolf Steiner, der von „Volksgeistern“,„Ätherleibern“ und anderen geistigen „Wesenheiten“ halluzinierte, sei nach wie vor „unverzichtbar“. Als Geist sei Steiner sogar bei der „Geburtstagsfeier“, die im schweizerischen Dornach stattfand, anwesend gewesen, behauptet Mathias Maurer im Editorial.

Im Innern der Zeitschrift geht es dann anthroposophisch zur Sache: „Mit den Engeln leben“, „Alltagsregeln für einen gesunden Lebenstil“ oder „Waldorf-Hochschulen sind ein Kultur-Impuls“ lauten lediglich einige Überschriften der Artikel. In denen geht es natürlich wieder um Rudolf Steiner, den Guru der Waldorfschulen. Henning Köhler bemüht den Guru beispielsweise, um auf angebliche „vorgeburtliche Ereignisse“ hinzuweisen. „Es sei unerlässlich , die Dimension der Ungeborenheit mitzudenken“, schreibt Köhler über diese angebliche „geistige Tatsache“. Kinder seien „auf eine neue Art von spirituellen Impulsen durchdrungen“ und würden bereits vor der Geburt „auf das in unserem Kulturraum (…) vorherrschende geistige und soziale Klima“ eingestimmt werden. Auch hier geht es also um die Wahn-Ideen Rudolf Steiners, der statt den sozialen Bedingungen, denen Individuen unterworfen sind, angebliche„vorgeburtlichen Ereignisse“ bemüht, denen alle Menschen, im Rahmen eines „Inkarnationsprozesses“, unterworfen seien. Aber natürlich kritisiert Köhler auch die Bedingungen, mit denen Kinder heute aufwachsen, wenn sie nicht an Waldorfschulen unterrichtet werden. Er warnt unter anderem vor dem staatlichen, „gewöhnlichen Schulleben“ und vor dem unkontrolliertem „Medienkonsum“, die „eine Abstumpfung“ hervorrufen würden. Die „Ursachen“ für „Traurigkeit, Ängstlichkeit“ und„Unzufriedenheit“ würden „tiefer liegen“, schließt Köhler, um genau dort zu enden, wo er seinen Text begonnen hat. Diese Dinge seien eben „oft ‚mitgebracht“ aus vorherigen Leben. Es handele sich um einen„vorgeburtlichen Grundkonflikt“ und um die „spirituelle Leere“, denen die „Seelen“ ausgesetzt seien. Dieser angeblichen „Leere“ möchte Köhler einen „Christus-Impuls“ entgegensetzen. Wer sich für die Texte des„Erziehungskunst“-Autoren begeistert, wird eventuell auch die Werbung beachten, die direkt neben dem Artikel zu finden ist. Köhler hat seine Theorien in zwei Büchern ausgebreitet, die im anthroposophischen„Verlag Freies Geistesleben“ erschienen sind und die neben dem Artikel beworben werden.

Der Anthroposoph Walter Rietmüller beschäftigt sich in einem anschließenden Artikel mit der „Situation von Kindheit und Jugend heute“. Malerisch beschreibt Riethmüller die „Herbstzeit im Waldorfkindergarten“: „Kastanien werden gesammelt (…), es wird vom Erzengel Sankt Michael gesungen und erzählt“, begeistert sich der Autor in der „Erziehungskunst“: „Ein viereinhalbjähriges Mädchen“ sei vom „heiligen Michael“ derart indoktriniert worden, dass es „die Lieder auch zu Hause als Spielbegleitung“ intonieren würde. Das Kind sei durch diese anthroposophische, religiöse Erziehung in „einen größeren Zusammenhang“ eingebunden worden, „der bestimmend wirkt“.

Beachtenswert ist ebenfalls die Werbung für einige Kinder-Zeichnungen, die der Anthroposoph Gerd Kellermann sammelte und mit den Gedichten von Ute Heim in Verbindung brachte. „Wenn Engel bunte Kleidung tragen, gibt es keine Fragen, denn sie zeigen die Schönheit der Welt“, heißt es neben einer Kinder-Zeichnung, auf der wohl ein „Engel“ zu sehen sein soll. „Der Engel, das bin ich“ ist ebenfalls im „Verlag Freies Geistesleben“ erschienen und scheint für die Anthroposophen und Anthroposophinnen gemacht, die tatsächlich an „Engel“ und andere Hirngespinste glauben.

Weniger um Engel, dafür umso mehr Jesus Christus, geht es Andrea Unser, die in der „Erziehungskunst“ über die „Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes“ jammern darf. Dem hält die Anthroposophin, den Advenzkranz entgegen: „Das zunehmende Licht kann zum Symbol werden: Jesus, das Licht der Welt, wird geboren“, schreibt die Autorin. Dieses Symol „wärmt und stärkt uns“, behauptet die Autorin, der angesichts dieser Idee sogar „warm ums Herz“ wird. Sie beschreibt des Weiteren die anthroposophischen Weihnachtsspiele, bei denen Kinder als Engel verkleidet werden. „Dabei erleben sie, welche Kraft von den Himmelsboten ausgeht“, behauptet Andrea Unser, die den lesenden Waldorf-Eltern nahelegt, mit den Kindern die „Heilige Barbara“ zu feiern. Deren Vater habe sich zum christlichen Glauben bekehrt, deshalb sei seine Tochter „ins Gefängnis gesperrt und gefoltert worden“, worauf einige Engel erschienen, die „Barbaras Wunden verbanden“ und sie „heilten“. Mit solchen Fantasy-Storys soll eine „andere Wirklichkeit“, eine „andere Sicht auf die Realität“ vermittelt werden: „Das wird das Leben mit unseren Kindern beleben und bereichern“, schließt Andrea Unser ihren Artikel.

Etwas weltlicher fallen die „Alltagsregeln für einen gesunden Lebenstil“ aus, die Wiebke Kottenkamp für die anthroposophische Engels-Zeitschrift verfasst hat. Sie fordert keinen Engel-Einsatz zur Verklärung der Realität, dafür aber „geregelte Tagesabläufe und Routinen“. Ebenso weltlich fällt der Artikel des Anthroposophen Lorenzo Ravagli aus, der sich ansonsten von „faschistoiden Antifaschisten“ und„rassistoiden Antirassisten“ bedroht fühlt. Der Star-Autor und Redakteur der „Erziehungskunst“, widmet sich verschiedenen Kinder- und Jugendzeitschriften sowie den „Digitalen Welten“.

Für die nächste Engel-Story ist wiederum Johannes Kiersch zuständig, der sich – natürlich – auf Rudolf Steiner beruft. Dessen Texte seien gar „Anleitungen“, mit dem die geneigten Fans des Gurus, ihren und andere Engel erkennen könnten: „Wer so etwas wie die Realität eines ‚Schulgeistes‘ spüren lernt (…) kommt dem Erzengel nahe“, behauptet Kiersch, der auf diese Art und Weise deutlich macht, was für Inhalte an Waldorfschulen vermittelt werden können. Außer einem obskuren „Erzengel“ gibt es allerdings auch noch „Zeitgeister“ und andere Wesenheiten, zumindest in der Waldorf-Welt von Johannes Kiersch. Solche Inhalte sollen allerdings auch an Waldorfschulen vermittelt werden:

Selbst „Liberale Eltern, die weltanschaulich nicht festgelegt sind, werden nichts dagegen haben, wenn die Lehrer ihrer Kinder sich auf Suchwege“ nach Engeln, Erzengeln und Zeitgeistern begeben, behauptet Kiersch. Schließlich würden Kinder an Waldorfschulen „gern mit Bildern von Engeln, wie sie aus den alten Mythenkreisen der Menschheit (…) in unserern Lernplanen hineinspielen“ leben, begeistert sich Kiersch an der religiösen Erziehung im anthroposophischen Sinne. Durch die behauptete Existenz von Engeln und anderen Wesenheiten, würden die Kinder „von der banalen Engstirnigkeit der landläufigen Naturwissenschaft geschützt“, die an Waldorfschulen lediglich eine untergeordnete Rolle spielt. Bei all‘ den Wesenheiten, wie „Engeln“, „Erzengeln“ und „Volksgeistern“, mit denen die Schülerinnen und Schüler indoktriniert werden, sollte dieser Umstand allerdings nicht verwundern.

Angehende Lehrerinnen und Lehrer, die den Waldorfschülerinnen und Schülern, von „Engeln“ und anderen Fabelwesen berichten wollen, werden im ausführlichen Anzeigenteil fündig. Das „Rudolf Steiner Institut“ in Kassel bietet dort die Ausbildung zum anthroposophischen Heilpädagogen an. Andere Waldorf-Institutionen suchen Lehrerinnen und Lehrer, schließlich müssen noch mehr Kinder mit den Märchen von „Engeln“indoktriniert werden. Soviel also aus der obskuren Welt der Waldorfschulen und ihrem Propaganda-Organ, dem Magazin „Erziehungskunst“.

 (Fast) Alle Zitate stammen aus der „Erziehungskunst“, 12/2010.

Krawattenträger und Ökofreaks

In der Zeitschrift „Erziehungskunst“, in der die Welt der Waldorfschulen beworben wird, meldet oftmals die Redaktion zu Wort, um zu aktuellen Themen Stellung zu beziehen. Diesmal ist es Mathias Maurer, der eine Ode verfasst hat, in der er einen Bogen von den Protesten gegen Stuttgart 21 über die Montagsdemonstrationen 1989 bis zu den Aktionen gegen das Kernkraftwerk in Whyl spannt.

Maurer geht es  um „das Volk“, das der Redakteur mit vielen Worten beschwört. Die„Fun-Party“ (!) der Jugend von Stuttgart hätte durch Wasserwerfer „ein jähes Ende“ gefunden; sie seien wie die „mutigen ‚Das Volk sind wir‘-Skandierenden“, die 1989 in Leipzig marschierten. Maurer beschwört eine Protestgemeinschaft, die „vom Krawattenträger bis zum Ökofreak“ reicht, und träumt von einer „einer politischen, wenn nicht historischen Wende. Das geschieht in einem Magazin, das die „Waldorfpädagogik heute“ vermitteln möchte und das vom „Bund der Freien Waldorfschulen e.V.“ herausgegeben wird.

Der Beitrag von Mathias Mauer, vom November 2010, macht deutlich, dass das offizielle Organ der Waldorfpädagogik eine politische Linie verfolgt, der es um mehr geht, als um schnöde Pädagogik. Hier geht es um eine politische Linie, die ein „Volk“ konstruiert und ihm Heldentaten andichtet. Das ist nur konsequent. Denn bereits Steiner widmete sich, so berichtet sein Biograph und Weggefährte Friedrich Rittelmeyer, dem deutschen „Volk“. Steiner hätte „seine Liebe“ einer ominösen „deutschen Weltaufgabe“ gewidmet; „aber es war eine Liebe der Hoffnung und der Sorge“, so zumindest Rittelmeyer in seiner Steiner Biographie. Wenn also heute in der „Erziehungskunst“ das „Volk“ bemüht wird, bewegt sich die Zeitung nur auf den Spuren des Begründers der Waldorfschulen.

Führerfigur

Die „Freien Waldorfschulen“ gelten als freie Schulen, an denen Schüler_innen ohne Notendruck lernen dürfen. Dabei hatte bereits deren Begründer Rudolf Steiner, den Unterricht als „religiöse Tat“, als eine „Art Gottesdienst“ verstanden, bei der der Lehrer als Führerfigur agiert. Mehr als siebzig Jahre nach dessen Tod, ist Steiners Lehre noch quicklebendig. Ein Blick in eine der zahlreichen Waldorfpublikationen dürfte ausreichen, um diesen Umstand zu erkennen.

Eine Waldorfzeitung ist die „Erziehungskunst“, die an vielen Waldorfschulen verteilt wird, um den Eltern eine theoretische Unterfütterungen der pädagogischen Praxis zu ermöglichen. Hier scheint alles im besten Licht. In der „Erziehungskunst“ wird die Waldorfpädagogik beworben. Das beweist auch ein Artikel aus diesem Jahrtausend, mit dem die autoritäre Figur des Waldorf-Lehrers beschrieben wird. Zwar wird dieser zunächst nicht als Führer bezeichnet, dafür werden aber andere Worte gefunden, die in eine ähnliche Richtung gehen. Das macht bereits die Artikelüberschrift deutlich: „Der Lehrer als Bergführer und Kapitän“, lautet die Überschrift des Artikels von Oscar Scholz, der bereits im Januar diesen Jahres erschienen ist. Auch durch diesen Artikel wird deutlich, dass Lehrer_innen an Waldorfschulen eine Art Führerfigur darstellen, deren Entscheidungen nicht hinterfragt werden sollen.

Diese autoritäre Form der Pädagogik wird mit den Wünschen der Kinder begründet:

Die Kinder möchten, auch wenn das oft auf den ersten Blick nicht so scheint, gesagt bekommen, wo es lang geht. Sie wollen geführt werden.

Auf diese Art und Weise wird den Kindern jedwede Entscheidungsfreiheit genommen. Sie sollen auch im Jahr 2010 gehorchen. Hier werden Kinder geformt. Denn bereits „zu Beginn der Schulzeit“ gehe es darum, die Kinder „zu einer Klasse zu formen“. Dabei sollen „Gewohnheiten“ ausgebildet werden, an die sich die Kinder gewöhnen sollen, ohne den Sinn in Frage zu stellen. Hier gehe es auch darum, die Kinder zu „führen“ und von den angeblichen Gefahren der modernen Technik fernzuhalten:

In diesen Zusammenhang gehört die Diskussion über die schädliche Wirkung von Computerspielen. Viele dieser Spiele gewöhnen einem das Einfühlungsvermögen systematisch ab.

Stattdessen empfiehlt die Zeitschrift die üblichen Erziehungsmethoden an Waldorfschulen. Da wird das „Formenzeichnen“ hervorgehoben und die „Pflege des Lied- und Sprachguts“ empfohlen. Statt moderner Technik sollen blutrünstige „Märchen, Fabeln und Legenden“ erzählt werden, in denen Gegenstände, wie Steine, Tiere oder Geister, miteinander kommunizieren. Hier sei „die innere Führungskraft des Lehrers gefragt“, heißt es in der „Erziehungskunst“. Der würde als ein „guter Führer“ agieren, der „den Weg und das Ziel“ kennt.

Erst gegen Ende der Schulzeit, in der Oberstufe, würden die Schüler_innen zur Einsicht gelangen, dass sie nicht für den Lehrer, sondern für sich selber lernen würden. Bis dahin sind sie einem autoritären System, ganz ohne die Errungenschaften der modernen Technik, ausgeliefert, das sie mit Märchen und Sagen malträtiert und ihnen ein eigenständiges Lernen verwehrt. Wer also seine Kinder einem „Führer“ anvertrauen möchte, dem sie auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind, dem seien die Waldorfschulen ans Herz gelegt: Sie halten das ein, was in der „Erziehungskunst“ versprochen wird.

Anthroposophische Vergangenheitsbewältigung

In der aktuellen Ausgabe der anthroposophischen Monatszeitschrift „Erziehungskunst“, einem Werbeblatt rund um die Waldorfschulen, geht es um die angeblichen Gefahren des Fernsehens für Babys, anthroposophische Erlebnispädagogik und um das „Böse“.

In einem Interview mit Wilfried Jaensch, der am „Seminar für Waldorfpädagogik“ in Berlin Waldorflehrer ausbildet, geht es unter anderem um die deutsche Geschichte, um die Rote Armee Fraktion und um die selbst gestellte Frage: „Könnte ich Menschen ins Gas schicken?“

Das ist eine Frage, die sich Jaensch in seinen „inneren Monologen“ stellt, wenn er sich mit einem seiner Themen beschäftigt, das im Interview „das Dritte Reich“ genannt wird. Jaensch reformuliert dort einen weit verbreiteten politischen Standpunkt, der als Erklärungsansatz für Freundinnen und Freunde der Waldorfschulen dient. Kurz zusammengefasst lautet dieser Ansatz: Gerade aufgrund der historischen Ereignisse zwischen 1933 und 1945 seien „die Deutschen“, als neu geeintes nationales Zwangskollektiv, nun in der Lage, sich dem „Guten“ zuzuwenden, „gute“ Kriege zu führen sowie eine „gute“ Gesellschaft aufzubauen, die sich nicht trotz, sondern aufgrund von Auschwitz allen anderen Gesellschaften überlegen fühlt. Diesen Gedanken formuliert Jaensch auf anthroposophische Art und Weise, im bekanntesten anthroposophischen Magazin aus dem Umfeld der Waldorfschulen.

Dort berichtet Wilfried Jaensch, dass er schon im Alter von fünfzehn Jahren im Ausland zu hören bekommen hätte, „wir Deutschen seien Verbrecher“. Gegen diesen Gedanken habe sich Jaensch weitere „fünfzehn Jahre gewehrt“, bis er auf die wahnwitzige Idee gekommen ist, die deutsche Schuld für sich selbst zu affirmieren:

Ich sagte zu mir selbst: Ja, ich gehöre dazu. Ich bin ein Verbrecher.

Aus dieser frei gewählten Zugehörigkeit zu den Täterinnen und Tätern, die während des Nationalsozialismus ihr Vernichtungspotential unter Beweis stellten, will Jaensch noch einen esoterischen Vorteil ziehen. Er habe – wie seine deutschen Vorfahren – „die Grenzen der bisherigen Menschheit überschritten“. Als„Deutscher“ sei er „fähig zum bewusst Bösen“ und könne sich daher dem „bewusst Guten“ widmen.

Vom anthroposophischen Autor, der mehre Bücher verfasst hat, sind auch andere Reden überliefert, die ein ganz spezielles Geschichtsverständnis deutlich machen, das sich unter Anthroposophinnen und Anthroposophen großer Beliebtheit erfreut:

Am 21.12.2012 zur Wintersonnenwende tritt Mutter Sonne aus der Vagina der Galaxis.

So schreibt Jaensch in seinem Blog. Eine ausführlichere Rede, ohne „Mutter Sonne“, hielt Jaensch am anthroposophischen „Ita Wegmann-Therapeutikum“, die sich der „anthroposophischen Medizin“ verschrieben hat, die als „eine Erweiterung der naturwissenschaftlichen Medizin“ verkauft wird. Hier redete Jaensch vom „Dritten Reich“, dass einerseits eine „fast göttliche Verehrung des Menschen“ hervorgebracht hätte. Auf der anderen Seite habe es aber auch eine „fast nicht nachvollziehbare Menschenverachtung, (…) eine Menschenvernichtung“ gegeben. Später wurde die „Bundesrepublik (…) einfach draufgeklatscht auf das Ganze“.

Jaensch fordert daher eine neue Verfassung, in der auch die „Verstorbenen und Ungeborenen“ berücksichtigt werden müssten. Von diesen fühlt Jaensch sich nämlich umgeben. Bereits der Guru der Anthroposophie, Rudolf Steiner, habe nach der Ermordung Rosa Luxemburgs, „mit der Verstorbenen gesprochen“, behauptet Jaensch. Der glaubt nämlich, dass die „Verstorbenen und Ungeborenen sehr wohl da“ sind. Daher müssten ihnen „Menschenrechte gewährt“ werden:

Wenn wir das aber angehen, dann käme eine Verfassung des Bewusstseins zustande, die in Deutschland ja noch aussteht, wie Sie wissen. Wir haben ja noch keine neue deutsche Verfassung.

Wilfried Jaensch ist ein typischer Anthroposoph, dessen Esoterik und seltsamer Blick auf die Vergangenheit, dazu führen, dass er auch politische Forderungen stellt:

Wenn die Anthroposophen in der Mehrheit wären, hätten wir längst den Faschismus.

Dies erzählte Jaensch seinen Schülerinnen und Schülern, die als angehende Waldorflehrerinnen und Lehrer eine gemeinsame Pause verbrachten, erinnert sich der Waldorfkritiker Andreas Lichte. Solche politischen Forderungen führen selbst verständlich nicht dazu, dass Jaensch keine weiteren Lehrerinnen und Lehrer für die Waldorfschulen ausbilden darf. Ganz im Gegenteil qualifizieren sie anscheinend für ausführliche Interviews in der „Erziehungskunst“, die mit einer Auflage von 70.000 Exemplaren erscheint und für die Welt der Waldorfschulen wirbt.