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Distanzierung

Fast sechs Monate ließ die „Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend“(SDAJ) verziehen, bis sie sich vom antisemitischen und sexistischen Rapper „Makss Damage“ distanzierten. Der Rapper trat ein Jahr zuvor auf einem Festival des Jugendverband auf. Seine Texte wurden von Antifaschist_innen kritisiert und von Stalin-Freaks gefeiert.

Mit seinem neuen Album „Makssismus 2010″, das er über das Internet vertreibt, betreibt „Makss Damage“ unverhohlene Vernichtungsphantasien, die in der Aufforderung gipfeln, „diese antideutschen Hurensöhne“ zu töten. In vielen Blogs wurde über dieses Album berichtet. Die „Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend“, denen „Makss“ zumindest organisatorisch nahestand, brauchte Monate, um sich von dem Rapper zu distanzieren. Eine selbstständige Entscheidung überforderte die Gruppierung. Schließlich könnte die Kritik auch von „den Antideutschen“ stammen. Auf derartige Kritik reagieren K-Gruppen naturgemäß mit einer ordentlichen Portion Ignoranz.

Also fragte die „Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend“ (SDAJ) aus Gütersloh, während eines „Pfingscamps“ ihres Verbandes, bei der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ (VVN-Bda) an. Im Gespräch mit Ulrich Sander, dem Bundessprecher der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“, machten sich die Nachwuchs-Sozialist_innen zum Opfer einer Kampagne und sprachen von „Angriffen der ‚Antideutschen‘ auf die SDAJ Gütersloh“. Ulrich Sander konnte den Rapperselbst nicht genauer einschätzen und musste daher bei einem Freund, einem angeblichen Experten, nachfragen. Als dieser antwortete, dass die Kritik am Rapper nicht nur von „Antideutschen“ formuliert und der Musiker selbst „den größtmöglichen Schaden“ anrichten würde, blieb dem Bundessprecher keine andere Wahl: „Trennt Euch sofort von diesem sogenannten Rapper ‚Makss Demage‘“ mahnte er den Nachwuchs, die dieser Aufforderung nun auch nachkamen.

In ihrer Erklärung schreibt die SDAJ aus Gütersloh, dass die Texte „aus den beiden vorhergehenden Alben teilweise grenzwertig“ gewesen seien, was aber kein Problem darstellen würde. Erst mit dem neuen Album sei „ein Zusammenarbeiten“ nicht mehr möglich. Die Kritik an „Makss Damage“ würde „genutzt“ werden, „um antiimperialistische Positionen zu diffamieren“.

So die „Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend“ in ihrer halbherzigen Distanzierung, die zur Diffamierung der Kritiker_innen des „Makss Damage“ benutzt wird. Diese würden angeblich „klassenanalytische Positionen mit reinem Sexismus, Rassismus und Antisemitismus“ gleichsetzen. Die halbherzige Distanzierung des Jugendverband wird also für weitere Diffamierungen gegen die Kritiker_innen des „Makss Damage“ genutzt. Ein wirklich kritischer Umgang mit dem Rapper würde anders aussehen.