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Zero – An Investigation into 9/11. Eine Kritik

Der italienische Dokumentarfilm „Zero: An Investigation into 9/11″, der hierzulande auf den Titel „9/11 – Was steckt wirklich dahinter“ getauft wurde, lief vor einiger Zeit im zweiten Programm des Österreichischen Rundfunks (ORF). Außerdem ist der Film öfter in verschiedenen Kinos zu sehen, die mit speziellen Programmen den Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 begehen.

Der Produzent des Films ist der ehemalige italienische Abgeordnete Giulietto Chiesa. Er hätte „solide Arbeit“ geleistet, heißt es in einer Film-Rezension des „Schattenblick“. Der Film findet sich auf zahlreichen Internetseiten aus dem verschwörungsideologischen Milieu, aber auch auf den Seiten der „Freien Nationalisten Saalfeld“. Der Film wird nicht nur dort als „penibel recherchierte“ Dokumentation beschrieben, die zu „verblüffenden neuen Thesen und Erkenntnissen“ führen würde.

Die Dokumentation erinnert von der Machart an Verschwörungsfilme wie Loose Change oder Zeitgeist. Immer wieder werden Bilder vom 11. September wie in einem Musik-Video aneinandergeschnitten. Mit dem Anruf einer verzweifelten Frau, die aus dem World Trade Center telefonierte und um Hilfe flehte, werden Emotionen geweckt. Die einstürzenden Gebäude sind in Dauerrotation zu sehen. Außerdem gibt Nachrichtenbilder, die in schneller Reihenfolge, an- und ineinander geschnitten werden.

Unterbrochen wird diese Art der Darstellung, die nichts erklären möchte, sondern über Bilder Emotionen transportiert, durch Interviews, die einen Großteil des Films ausmachen. Eine Einordnung der interviewten Personen wird unterlassen. Sie stammen vor allem aus dem Milieu der „Truther“, werden allerdings als Experten für Sprengstoff, Flugzeuge, Stahl und Geheimdienste inszeniert.

Am Anfang des Films darf etwa Nafeez Mossaddeq Ahmed seine Sicht der Dinge darstellen. Er ist ein Autor, der sich sowohl mit dem 11. September 2001 als auch mit den Terroranschlägen am 7. Juli 2005 in London befasst hat. Er fordert in beiden Fällen neue, unabhängige Untersuchungen. Im Film darf Nafeez Mossaddeq Ahmed seine Theorien über den Haftbefehl des FBI zum Besten geben: Er verweist auf die Fahndungsseite des FBI, auf der Osama Bin Laden aufgrund einiger Anschläge in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts gesucht wurde und beklagt, dass die Anschläge des 11. September 2001 in diesem Steckbrief nicht erwähnt würden. Dieser Umstand ist für zahlreiche Verschwörungsideologen ein Anlass, die Täterschaft Bin Ladens in Frage zu stellen.

Wie andere Verschwörungsideologen verschweigt Ahmed, dass das FBI Bin Laden in einer ausführliche Version des Steckbriefs sehr wohl mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in Verbindung brachte. Diese Hintergründe werden weder vom Ahmed benannt, noch spielen sie in der Dokumentation eine Rolle. Die Filmemacher scheinen sich noch nicht einmal die Mühe gemacht zu haben, beim FBI anzufragen. Dann hätten sie nämlich erfahren, dass Bin Laden – im Falle einer Verhaftung – sicherlich wegen der Terroranschläge vom 11. September 2001 angeklagt worden wäre.

„Da ist kein Geheimnis“, sagte beispielsweise FBI-Sprecher Rex Tomb der „Washington Post“ im Jahr 2006. Doch zwei Jahre später interessierten sich die Filmemacher nicht für derartige Hintergründe, sondern beließen es bei den merkwürdigen Spekulationen des Nafeez Mossaddeq Ahmed.

Nach diesem tendenziösen Beginn zeigt der Film die chronologische Darstellung der Ereignisse des 11. September 2001 und lässt einige traumatisierte Zeitzeugen zu Wort kommen. Kurz darauf ist eine Person zu sehen, deren Anwesenheit man vielleicht nicht in einem derartigen Film erwartet hätte. Es handelt sich um den Schriftsteller Dario Fo, der den Verschwörungstheoretiker gibt und zum Statik-Experten mutiert: Als zerstreuter Professor malt er bunte Bilder auf Flipcharts.

 Dario Fo gibt den zerstreuten Wissenschaftler
Dario Fo gibt den zerstreuten Wissenschaftler

„Weder vor noch nach dem 11. September ist ein Stahlskelett wegen Brand eingestürzt“, darf Les Jamieson ein erstes Fazit ziehen. Man könnte ihm entgegnen, dass weder vor noch nach dem 11. September 2001 Terroristen mit großen Passagiermaschinen ein Hochhaus attackierten; doch dem Film geht es nicht um eine kritische Auseinandersetzung, sondern um Propaganda im Sinne derartiger Verschwörungsideologen.

Les Jamieson, der auch im weiteren Verlauf des Films ausführlich zu Wort kommt, war ein Sprecher von „9/11 Truth Now“ in New York. Jahrelang verbrachte er Samstag für Samstag in der Nähe von Ground Zero, um über die „wahre Agenda“ hinter dem 11. September 2001 aufzuklären. Diese Arbeit zahlte sich aus: Konkurierende Verschwörungsideologen werfen ihm 2009 vor, dass er die „NY 9/11 Truth“-Internetseite kontrollieren würde. Alle Spenden würden auf sein privates Bankkonto fließen, obwohl er niemals in irgendeine Position gewählt worden wäre. Jamieson wurde Veruntreuung von Spendengeldern vorgeworfen: „Er ist einfach nicht ehrlich“, beklagten sich andere Verschwörungsfans.

Im Jahr 2006 kam es zu einem ersten Zerwürfnis, als einige Verschwörungsaktivisten Jamieson vorwarfen, dass er Hassliteratur verbreiten würde. Jamieson verteilte damals das Magazin „Criminal Politics“, in dem es vor antisemitischen Verschwörungstheorien nur so wimmelt. Das Magazin bringt Juden und „Zionisten“ mit dem 11. September und dem Irak-Krieg in Verbindung. Diese Ereignisse seien „die nächsten Schritte der zionistischen Agenda“ gewesen, heißt es in dem Magazin, das von Jamieson verteilt wurde. Zwei Jahre später durfte Jamieson im Film „Zero: An Investigation into 9/11″ sein Fazit ziehen. Die benannten Hintergründe zu dieser Person spielten keine Rolle. Jamieson kommt auch im weiteren Film ausführlich zu Wort, um seine Verschwörungstheorien zu bewerben.

Les Jamieson
Les Jamieson

Jamieson führt eine weitere Figur ein. Diese wird als harmloser Mitarbeiter einer Firma vorgestellt, die am offiziellen Untersuchungsbericht zum 11. September 2001 beteiligt gewesen wäre. Es handelt sich um Kevin Ryan, der als „ehemaliger Manager“ eingeführt wird, der aufgrund seiner Erkenntnisse entlassen worden wäre.

Ryan betreibt die Internetseite „Journal of 9/11 Studies“ und geht von einer kontrollierten Sprengung des World Trade Centers aus. Er inszeniert sich als „9/11 Whistleblower“, obwohl er persönlich nicht an den Untersuchungen zum World Trade Center beteiligt war. Dafür ist Ryan eng in die Szene der amerikanischen „Truther“ eingebunden.

Seine Verschwörungstheorien propagiert er in der Sendung des „Patrioten“ Alex Jones, der seine Anhänger_innen unter anderem mit der Theorie begeistert, dass die deutschen Neonazis eine Erfindung des britischen Geheimdienstes seien, der diese bis heute steuern würde. Im Film wird Ryan als glaubwürdiger Zeuge präsentiert, seine Verstrickungen in die Szene der „Truther“ werden hier verschwiegen. Stattdessen wird Ryan als Whistleblower inszeniert, der allerhand Theorien über den Einsturz der World Trade Center darstellen darf, die wiederum als unumstößliche Wahrheit dargestellt werden.

Kevin Ryan
Kevin Ryan

Nachdem der Film einige Fragen aufgeworfen hat, macht er sich daran, die Antwort zu liefern, die von Verschwörungsideologen beworben wird. Die Gebäude des World Trade Centers seien durch Nanothermit gesprengt worden. Natürlich verschweigt der Film die Tatsache, dass für solch eine Sprengung monatelange Arbeiten und hunderte Mitwisser benötigt worden wären. Stattdessen bekommen die Zuschauer bunte Computer-Animationen zu sehen, die wohl nur denjenigen begeistern werden, die an eine große Verschwörung glauben wollen, hinter der amerikanische Institutionen und eine Baufirma stecken sollen.

Hier wird der mittlerweile verstorbene William „Bill“ Christison zitiert, der die Behauptung aufstellte, dass alle Charakteristika auf eine kontrollierte Sprengung hinweisen würden. Er wird als Mitarbeiter des „US-Auslandsgeheimdienst (CIA)“ dargestellt. Das ist nur die halbe Wahrheit. Denn Christison befand sich seit 1979 im Ruhestand. Auch dieser Umstand wird verschwiegen, um das Bild der angeblichen Verschwörung zu erzeugen.

William Christison war allerdings nicht nur ein Verschwörungstheoretiker, sondern auch ein überzeugter Antisemit. „Zionismus“ war für den Rentner eine „rassistische Ideologie“, die die „Vorherrschaft der Juden“ zementieren sollte. Eine israelische Lobby würde die US-Politik steuern, letztendlich würde der israelische Schwanz mit dem amerikanischen Hund wedeln.

Derartige Thesen propagierte Christison in zahlreichen Artikeln, die im Film „Zero: An Investigation into 9/11″ keine Rolle spielen. Stattdessen geht es um Nanothermit. Hier werden Theorien beworben, die beweisen sollen, dass das World Trade Center durch einen militärrischen Sprengstoff in die Luft gejagt worden wäre. Traumatisierte Zeitzeugen, die eine Explosion gehört haben wollen, sollen die vermeintliche Sprengung untermauern. Doch Beweise bleibt der Film natürlich schuldig.

Nach diesem Abschnitt, der sich mit dem World Trade Center befasst, beschäftigt sich der Film mit dem Angriff auf das Pentagon. Hier wird gleich zu Beginn behauptet:

Anzunehmen, dass dieses angebliche Flugzeug, mit einem Amateur am Steuer, solche Manöver durchführen konnte, ist lächerlich.

Der Film zeigt einige Aufnahmen, die ein von Rauch umhülltes Pentagon zeigen. Auf diesen Aufnahmen ist fast gar nichts zu sehen. Trotzdem moniert sich der Sprecher über den Umstand, dass er keine Flugzeugteile entdecken konnte. Als Zeuge darf sich der Pilot Russ Wittenberg darstellen, der ebenfalls im Milieu der„Truther“ aktiv ist. Er wird im Film als Pilot vorgestellt, der „30 Jahre bei der Luftwaffe, PanAm und United Airlines“ gearbeitet hat. Seine Verstrickungen ins Verschwörungsmileu werden verschwiegen. Doch die haben es in sich.

Wittenberg ist einer der Architekten der „No Plane“ Verschwörungstheorie, die davon ausgeht, dass eine Rakete das Pentagon getroffen hätte. Mit dem Holocaust-Leugner Eric Hufschmid war er für eines der ersten „No Plane“ Machwerke verantwortlich. Es handelt sich um Hufschmids Buch „Painful Questions“, für das Wittenberg die technische Details verantwortete. Doch auch dieser Umstand wird im Film verschwiegen. So kann Wittenberg als vermeintlich unparteiischer Pilot verkauft werden, ohne den Holocaust-Leugner Hufschmid überhaupt erwähnen zu müssen.

Russ Wittenberg
Russ Wittenberg

Noch unschöner und unglaubwürdiger wird der Film durch die Darstellungen des Dario Fo, der im Teil zum World Trade Center als Statik-Experte auftrat. In diesem Teil des Films mutiert der Autor zum Flugzeugexperten. Dario Fo mag ein guter Dramatiker sein, sein Auftritt als Experte für Statik und Flugzeuge erinnert eher an die schauspielerischen Leistungen in einer Seifenoper. Illustriert wird dieser Klamauk mit zahlreichen Computer-Animationen, die wirklich gut aussehen, doch nicht das Geringste beweisen.

Die Darstellungen von Robin Horden, die in diesem Teil des Films zu sehen sind, beweisen ebenfalls nicht das Geringste. Er wird als „Fluglotse der Bostoner Flugsicherung“ eingeführt. Doch wie üblich handelt es sich hier nur um die halbe Wahrheit.

Hordon arbeitete von 1970 bis 1981 tatsächlich als Fluglotse in Boston, heute scheint er hauptberuflich als „Truther“ aktiv zu sein. Er betreibt die Seite „CIActivism“ und organisiert Veranstaltungen mit „Truthern“ wie Niels Harrit, der ein wichtige Figur in dieser Szene darstellt. Natürlich wird auch Hordon als vermeintlich unparteiischer Zeuge eingeführt, seine Rolle in dem Milieu der „Truther“ wird nicht benannt. Er darf als Flugexperte dienen.

Diese manipulative Darstellung ist typisch für „Zero: An Investigation into 9/11″, in der Robin Horden die Behauptung aufstellt, dass die Entführer nicht die technischen Fähigkeiten gehabt hätten, die Flugzeuge zu steuern. Dass es viele Experten gibt, die anderer Meinung sind, wird verschwiegen.

Robin Horden
Robin Horden

Ein weiterer Zeuge ist John Judge, der viele andere Verschwörungstheorien propagiert. Beim Jonestown-Massaker, bei dem über 900 Menschen am 18. November 1978 auf Anweisung des Sektenführers Jim Jones einen Massenselbstmord begingen und ihre Kinder ermordeten, konstruiert John Judge beispielsweise eine CIA-Verbindung. Er unterstellt hier eine Gedankenkontrolle durch den Geheimdienst und lobt die Vision des Sektenführers, die auf einen religiösen Steinzeitsozialismus hinauslief. Im Falle des Attentats auf John F. Kennedy betreibt Judge ebenfalls Verschwörungstheorien. Er behauptet: „Die Kugeln kamen aus dem Pentagon“. Der Mörder Lee Harvey Oswald sei nur ein Sündenbock gewesen.

John Judge ist ein Mensch, der sämtliche Attentate verschwörungsideologisch verklärt. Für ihn sind solche Ereignisse immer das Werk finsterer Mächte, die aus dem Pentagon gesteuert werden. Der Film „Zero: An Investigation into 9/11″verschweigt diese Hintergründe, wie bei allen anderen Zeugen, die aus diesem verschwörungsideologischen Milieu stammen.

Judge wird als „wissenschaftlicher Mitarbeiter“ der ehemaligen Kongressabgeordneten Cynthia McKinney vorgestellt. Diese verlangte eine neue Untersuchung der Ereignisse vom 11. September 2011 und wurde auf diese Art und Weise zu einer Ikone der „Truther“. Natürlich werden diese Umstände im Film nicht erwähnt, um den Eindruck zu erwecken, es handele sich um unparteiische Personen, denen nur die „Wahrheit“ am Herzen liegen würde.

John Judge dient im Film als weiterer Zeuge, der darüber berichten darf, dass die Maschine, die das Pentagon getroffen hat, angeblich durch Abfangjäger abgefangen werden musste. Das eine Person, die ansonsten von Gedanken-Kontroll-Programmen halluziniert, nicht besonders glaubwürdig ist, steht außer Frage.

John Judge
John Judge

Die manipulative Darstellung der interviewten Personen, die den Film wie einen roten Faden durchzieht, lässt sich auch an der Person Robert Bowman festmachen. Der wird als „Pilot und Vietnam Veteran“ eingeführt; dabei ist er „National Commander“ einer rechten Vereinigung namens „The Patriots“, die vor illegalen Einwanderern und einer „globalen Geld-Elite“ warnt. Außerdem fordert Bowman eine Art Querfront: „Left and Right together“, heißt es auf seiner Internetseite. Seine politische Positionierungen, zwischen Rassismus, strukturellem Antisemitismus und der Querfront, wird im Film nicht erwähnt.

Robert Bowman
Robert Bowman

In diesem Abschnitt, der sich um das Pentagon dreht, geht es um die Frage, warum die entführten Flugzeuge nicht abgefangen wurden. Hier sind die bekannten Gesichter zu sehen, die sich als Experten generieren, obwohl sie lediglich Verschwörungsideologie zum Besten geben. Beim Stelldichein der Verschwörungsideologen kommen Robin Horden und John Judge, zu Wort. „Es war das Pentagon“, lautet das Urteil dieser Pseudo-Experten, deren Thesen mal wieder durch bunte Computer-Animationen und Comicsequenzen unterlegt werden.

Der letzte inhaltliche Abschnitt von „Zero: An Investigation into 9/11″ beschäftigt sich mit den Attentätern vom 11. September. Nafeez Mossaddeq Ahmed verneint, dass es sich bei den Tätern um„islamische Fundamentalisten“ gehandelt habe. Weil der fanatische Antisemit Mohammed Atta Alkohol getrunken und Cannabis geraucht hätte, könnne er kein „islamischer Fundamentalist“ gewesen sein. Nach dieser Definition kann auch Osama Bin Laden kein „islamischer Fundamentalist“ gewesen sein, schließlich wurde in seinem Nachlass auch eine beachtliche pornografische Sammlung entdeckt. Der Film beschäftigt sich mit den Entführern der Flugzeuge. Sie seien „Sündenbocke“ gewesen, darf Webster Tarpley behaupten.

Tarpley ist eine zentrale Figur im Netzwerk der „Truther“. Zwischen 1970 und 1990 stand er der sogenannten LaRouche Bewegung des antisemitischen Verschwörungsideologen Lyndon LaRouche, nahe. Nach seinem Bruch mit dieser Bewegung verfasste er weiterhin verschwörungsideologische Pamphlete, die in Deutschland unter anderem durch den rechten Kopp-Verlag verbreitet werden.

Tarpley behauptet, dass der erste und der zweite Weltkrieg von Großbritannien geplant und fingiert wurde, „um die Macht des Empires über die Welt weiter zu vergrößern und so die Weltherrschaft zu erringen“. Im Film wird Tarpley nicht als geschichtsrevisionistischer Verschwörungsideologe dargestellt, sondern als „Autor“ eingeführt, der dort seine Ideen über den 11. September 2001 berichten darf. Eine Einordnung dieser Person unterbleibt vollkommen.

Webster Tarpley
Webster Tarpley

Tarpley und seine Kompagnons geben sich in dem folgenden Minuten reichlich Mühe, den Zweifel zu streuen, der notwendig ist, um die Täter und Osama Bin Laden zu entlasten. Da werden zum Beispiel verschiedene Videos verglichen, die Osama Bin Laden zeigen: Weil er auf dem einen Video einen grauen Bart besitzt und in einem anderen – späteren – Video einen schwarzen, müsse eines der Videos gefälscht sein, behauptet Giulietto Chiesa. Man sollte ihn daran erinnern, dass auch ein Bin Laden ein Haarfärbemittel verwendet haben könnte. Doch diese Möglichkeit wird einfach ausgeblendet. Es geht schließlich darum, eine Verschwörungstheorie zu propagieren, die davon ausgeht, dass sämtliche Bin Laden Videos gefälscht seien.

Der absolute Tiefpunkt des Films ist in dem Moment erreicht, als ein deutscher Verschwörungsideologe zu Wort kommt. Es handelt sich um Jürgen Elsässer, Vordenker der Gruppe „Volksinitiative gegen das Finanzkapital“ und Herausgeber einer Zeitschrift namens „Compact“, in der sich rechte und linke Verschwörungsideologen als Autoren betätigen. „CIA-Agent bin Laden“, lautet ein Titel.

Jürgen Elsässer arbeitet an einer Querfront, bei der „Linke, Rechte“ und „Religiöse“ die „Globalisten“ vereint „schlagen“ sollen. Dafür organisierte er zum zehnten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 eine Konferenz in Leipzig, auf der das Who’s Who der deutschen Verschwörungsideologie auftrat.

Neben Elsässer, der dort für die Querfront warb, trat dort auch Alexander Benesch, Betreiber der Internetseite „Infokrieg.tv“, auf. Gefilmt wurde die Verschwörungs-Konferenz unter anderem von den Machern von „Exopolitik Deutschland“. Hier handelt es sich um eine Gruppe, die sich zum Ziel gesetzt hat „die Verschleierung der außerirdischen Präsenz auf der Erde“ aufzudecken. Im Film darf Elsässer die Terroristen von „Al-Qaeda“ als „Fake“ bezeichnen. Sie seien nichts anderes als Marionetten der amerikanischen Geheimdienste gewesen.

 Jürgen Elsässer
Jürgen Elsässer

Die Märchen der Amanda Keller, die zeitweilig behauptete, eine Freundin Mohammed Attas gewesen zu sein, wird im Film breiter Raum eingeräumt. Dabei hatte Amanda Keller ihrer Geschichte bereits 2006 widerrufen. Dieser Umstand hat Verschwörungsideologen allerdings nicht davon abgehalten, dieses Märchen von der vermeintlichen Beziehung weiter zu kolportieren. 2008 findet sich diese Geschichte im Film „Zero: An Investigation into 9/11″ wieder.

Sie geht unter anderem auf den Verschwörungsideologen Daniel Hopsicker zurück, der ebenfalls im Film zu Wort kommt. Hopsicker ist ein Multiplikator der Ideen der„American Free Press“, einer antisemitischen Zeitschrift, die unter anderem von James P. Tucker herausgeben wird.

In Hopstickers Film „Masters Of The Universe“ aus dem Jahr 2000 kommen zahlreiche Antisemiten zu Wort. Am häufigsten ist Eustace Mullins zu sehen, der eine antisemitische Hetzschrift namens „The Biological Jew“ herausgegeben hat. In diesem Machwerk werden Juden als „Parasiten“ bezeichnet.

Hopsicker trat im Jahr 2002 mit seinem Text„Mohammed Atta and his flying circus“ auf einer Konferenz des Holocaust-Leugners David Irving auf. Dieser Text findet sich auf zahlreichen Internetseiten der extremen Rechten, so auch auf den Seiten der„American Free Press“. Im Jahr 2008 ist Hopsicker trotz oder wegen dieser politischen Positionierung ein wichtiger Protagonist im Film „Zero: An Investigation into 9/11″. Hier darf diese Figur die Behauptung aufstellen, dass Mohammed Atta in einer amerikanischen Militäreinrichtung ausgebildet worden wäre.

Daniel Hopsicker
Daniel Hopsicker

Mit dieser Behauptung geht es dem Ende des Films „Zero: An Investigation into 9/11″ entgegen. Verschwörungsideologen geht es darum, die wahren Täter zu entlasten und ihre Taten der amerikanischen Regierung anzulasten, der alles Böse zugetraut wird. Daher dürfte das Ende des Films nicht überraschen, das genau auf eine solche Verschwörungstheorie hinausläuft.

Derartige Theorien werden von einem ganzen Netzwerk, bestehend aus „Truthern“, „Wahrheitsbewegten“ und „Infokriegern“ propagiert. Die Personen in diesem Milieu inszenieren sich als Experten; auf ihrem Maskenball mutieren sie zu Statik-, Flugzeug-, Sprengstoff- und Geheimdienst-Spezialisten. Ihre Theorien propagieren sie mit Vorträgen, auf Aufmärschen und in den Filmen, die sich bei YouTube so großer Beliebtheit erfreuen. Der Film „Zero: An Investigation into 9/11″ ist Teil dieser Maskerade der selbsternannten Experten.

Er verrät nichts über die realen Ereignisse am 11. September 2001, sondern betreibt eine Mystifizierung der Verhältnisse. Hier werden die USA dämonisiert, indem ihre damalige Regierung und die Geheimdienste für die Geschehnisse des 11. September 2001 verantwortlich gemacht werden.

Der Film bietet keine „verblüffenden neuen Thesen und Erkenntnissen“, sondern bewirbt die Theorien, die Verschwörungsideologen seitdem 11. September 2001 propagieren. Diese Verschwörungsideologen bekommen auch mit diesem Film eine Spielwiese geboten, um ihre reaktionären Gedanken zu verbreiten.

„Zero: An Investigation into 9/11″ bietet nichts anderes als plumpe Propaganda, nichts anderes als verdichtete Verschwörungsideologie. Wer sich Erkenntnisgewinne und Aufklärung über die Ereignisse des 11. Septembers 2001 verspricht, dürfte enttäuscht werden. Wer sich jedoch für anti-amerikanische Märchen begeistert, dürfte auch mit diesem Film zufriedenzustellen sein.

„ZERO: An investigation into 9/11 (9/11 – Was steckt wirklich dahinter?)“. Darsteller_innen: Dario Fo, Webster Tarpley, Jürgen Elsässer, Daniel Hopsicker, Les Jamieson, Robert Bowman, Robin Horden und viele mehr. Produzent: Giulietto Chiesa. Regisseur: Franco Fracassi. Italien 2008.

Terror & Verschwörungstheorien

Die mörderischen Anschlägen in Oslo und auf der Insel Utøya wurden von Verschwörungsideologen in der ganzen Welt aufgegriffen, um ihre Theorien über die Taten zu propagieren. Dass der mutmaßliche Täter, Anders Behring Breivik, zunächst zur Bombe und dann zur Waffe griff, um mehr als 70 Menschen zu ermorden, die an einem Camp der Jugendorganisation der norwegischen Sozialdemokraten teilgenommen hatten, interessierte zunächst nur am Rande.

Es wurde nach Hintermännern, Ufos und Sprengstoff gesucht. Es müsse sich einfach um eine so genannte „False Flag“-Aktion, eine Aktion unter falscher Flagge, die von mächtigen Institutionen begangen worden sei, gehandelt haben. Diese Idee geistert durch die Köpfen der Verschwörungsfans, die nun im Internet nach Beweisen fahnden und jede noch so absurde Behauptung benutzen, um ihre Theorien zu propagieren. Je nach ideologischer Perspektive werden mit diesen Verschwörungstheorien andere Täter oder geheimnisvolle Hintermenschen ausgemacht, die für die verachtenswerten Taten verantwortlich sein sollen.

Das nationalistische Manifest des Täters, Anders Behring Breivik, der auf mehr als 1500 Seiten seine mörderischen Taten mit Paranoia vor einem allumfassenden „Kultur-Marxismus“ und einem „Multikulturalismus“ begründete, wird dabei oftmals ignoriert. Stattdessen wird von einer Tat durch Geheimdienste oder anderen geheimnisvollen Gruppen halluziniert.

Dass der Täter selbst verschwörungsideologische Vorsatzstückchen propagierte, er „zeitgenössischen Rechtsradikalismus mit altbekannten Verschwörungen“ kompilierte, spielt im Diskurs der Verschwörungsszene eben sowenig eine Rolle, wie die antisemitische Tendenzen des Täters, die sich in seinem Manifest offenbaren. Behring Breivik sprach dort unter anderem davon, dass „die Vereinigten Staaten von Amerika mit sechs Millionen Juden (…) wirklich ein beträchtliches Judenproblem“ hätten.

Verschwörungsideologen interessieren sich nur am Rande für den mutmaßlichen Täter und seine Motivation. Schließlich glauben sie, hinter dem Täter eine viel umfangreiche Verschwörung entdeckt zu haben. Das geht sogar so weit, dass der Täter zum Opfer dieser angeblichen Verschwörung gemacht wird. Verschiedene Verschwörungsideologen sprechen von geheimen Gehirnwäsche-Programmen, „Mind Control“ genannt, denen der Täter angeblich zum Opfer gefallen sei.

Alex Jones, ein verschwörungsideologischer Radiomoderator aus den USA, spricht beispielsweise von einer „False-Flag“ Aktion, durchgeführt von einer „White al-qaeda“, die durch amerikanische Institutionen gelenkt werden würde. Auf diesem Weg sollen die „patriotischen“ Gegner einer „Neue Weltordnung“ diskreditiert werden, glaubt der dieser wichtige Stichwortgeber der organisierten Verschwörungsideologie.

Mit der Tat, die für Alex Jones unter falscher Flagge durchgeführt wurde, sollen jene nationalistischen Verschwörungstheoretiker diskreditiert werden, die sich für Nationalstaaten und gegen Migrant_innen aussprechen würden. Dass Anders Behring Breivik nicht nur Mitglied einer rechtspopulistischen Partei, sondern auch Mitglied einer Freimaurer-Loge war, ist nicht nur für Alex Jones ein weiteres Indiz, mit dem die Verschwörungstheorie gebastelt wird.

Derartige Theorien propagiert nicht nur Alex Jones auf seiner Seite „Infowars.com“, sondern auch sein Kompagnon Paul Watson. Dieser stellt dort unter anderem die Verschwörungstheorie auf, dass Norwegen gestraft worden sei, weil es sich in die „Agenda“ der „New World Order“ einmischte. Weil Norwegen einen palästinensischen Staat befürwortete, sei es das Opfer des Anschlags geworden. Diese antisemitische Theorie erfreut sich einer ungeheuren Beliebtheit und wird auf zahlreichen Internetseiten der Verschwörungsszene propagiert.

„Skywatch Bretten“, ein anonymes Webblog, berichtet ebenfalls über den Umstand, dass Anders Behring Breivik Mitglied in einer Freimaurer-Loge war. Außerdem hat der Autor des Blogs eine blau-weiße Krawatte des Täters untersucht: „Und wer kennt sich besser mit der Schuld aus als Blau/Weis? Niemand“, schreibt der Autor dieser Verschörungsseite. Der Verantwortliche dieses Blogs betreibt einen besonders obskuren Antisemitismus, der über die Farbe einer Krawatte funktioniert.

Hier wird der antisemitische Furor vieler Verschwörungsfans deutlich. Weil der Täter auf einem Foto eine blau-weiße Krawatte trug, wird Israel für die Taten verantwortlich gemacht. Weil sich Norwegen angeblich hinter den entstehenden palästinensischen Staat stellen würde, könne nur der israelische Geheimdienst Mossad für die Taten verantwortlich sein.

„Widerstand in Aktion“, ein Blog des nationalistischen und verschwörungsideologischen Stammtischs der Internetseite „Alles Schall und Rauch“ vermutet, „dass es Explosionen, Verpuffungen oder was auch immer“ gegeben haben könnte. Ein „Klarer Fall: Staatsterror!“. Denn: „die Sache stinkt nach Mindcontrol!“ Zumindest für die Betreiber der Verschwörungsinternetseite.

Auf der ebenfalls verschwörungsideologischen Internetseite „Infokrieger-News“ kommentieren verschiedene Verschwörungsfans die schrecklichen Geschehnisse: Sie plädieren dort dafür „die Schuldigen beim Mossad oder bei den Franzosen zu suchen“. Weil Norwegen das Bestreben der palästinensischen Organisationen nach einem eigenen Staat unterstützt hätte, sei dieses Land nun Ziel eines Anschlags geworden, lautet auch hier die Begründung für die Verschwörungstheorie, deren Grundlage der Hass auf Israel und seine angebliche Macht und Machenschaften sein dürfte.

Ein anderer Verschwörungsfan will in dem Ort des Massakers, der Insel Utøya, eine „Pyramide“ erkannt haben. Für ihn und andere Verschwörungsgläubige sind derartige Symbole das Zeichen der geheimen Weltverschwörung, die sie für die Anschläge verantwortlich machen. In jedem Fall sei der Anschlag „deffintiv vom Mossad inziniert“. Andere Nutzer dieser Verschwörungsplattform machten allerdings andere Geheimdienste der angeblichen „Eliten“ für die Morde verantwortlich.

Nicht nur hier ist von angeblichen Gehirnwäsche-Projekten die Rede. Wie in einer Folge der Serie „Akte X“ oder der Handlung des Computerspiels „Call of Duty: Black Ops“ wird die Behauptung aufgestellt, dass der Attentäter einer Gehirnwäsche durch CIA oder Mossad zum Opfer gefallen sei und deswegen seine Taten verübt habe.

In eine ähnliche Richtung geht eine Sendung der nationalistischen Verschwörungs-Website „Infokrieg TV“. In einer Radiosendung versucht dessen Betreiber, Alexander Benesch, den Täter zum Teil einer Verschwörung zu machen, hinter der er ehemalige Gladio-Strukturen vermutete. Außerdem zieht er, wie viele andere Verschwörungsideologen auch, einen Zusammenhang zu dem Attentat in Oklahoma City. Dort sprengte Timothy McVeigh am 19. April 1995 einen Van im Murrah Federal Building in die Luft. Dabei starben 168 Menschen. Bis heute behaupten verschiedene Verschwörungsideogen, dass es sich hierbei um eine Verschwörung der geheimen „Elite“ gehandelt habe, die den Täter benutzte.

Auf diese Art und Weise leugnen Verschwörungsideologen die ideologischen Hintergründe der Anschläge. „‚Rechter Terror‘ unter falscher Flagge“ heißt es beispielsweise auf der Internetseite „Infokrieg TV“. Die Melange aus Nationalismus, Rassismus und der Hass auf die Moderne, die in beiden Fällen eine Ursache für die Taten gewesen sein könnte, wird beiseite geschoben. Aus dem rechten Terror wird eine „Bedrohung“ gemacht, die „nur Schreckgespenst und Werkzeug der Bundesregierung“ sei, „um eine patriotische und globalismusfeindliche Strömung im Land zu diskreditieren“.

Stattdessen wird ein ein Konstrukt propagiert, dass von der angeblichen Existenz einer mega-geheimen„Elite“ ausgeht, die so wahnsinnig-mächtig sein muss, dass sie derartige Komplotte arrangieren kann, ohne das es die „schlafende“ Mehrheit der Menschheit überhaupt mitbekommt.

Verschwörungsideologen schreiben in diesem Zusammenhang oftmals von einer israelischen Aktion. Dies zeigt den Antisemitismus vieler Verschwörungstheorien deutlich auf. Diesem Antisemitismus fühlt sich wohl auch der Reptoloiden-Theoretiker David Icke verpflichtet, der auf seiner Internetseite verschiedene Texte aus der Szene veröffentlichte, in denen die Behauptung aufgestellt wird, es handele sich um eine Aktion des israelischen Geheimdienstes Mossad, weil sich Norwegen hinter den entstehenden palästinensischen Staat stellen würde. Mit dieser wahnhaften Theorie haben viele Verschwörungsideologen ihr Motiv gefunden, das sie nun immer wieder verwenden, um einen angeblichen Zusammenhang zwischen den Attentaten und dem israelischen Geheimdienst zu konstruieren.

So weit will der Kopp-Verlag, der esoterische, populistische und verschwörungsideologische Machwerke veröffentlicht, dann doch nicht gehen. Er erwähnt den israelischen Staat nur am Rande. Allerdings wird in einem Artikel der Nachrichtenabteilung des Verlages die Frage aufgeworfen, ob nicht „westliche Mächte“ für die Anschläge verantwortlich seien, „weil Norwegen sich für einen unabhängigen Palästinenserstaat stark machen will“. In einem weiteren Artikel spricht der Verschwörungsideologe Webster Tarpley bereits in der Überschrift von „Terroranschlägen in Norwegen unter falscher Flagge“.

Nicht nur auf derartigen Internetseiten blühen die Verschwörungstheorien: Auf der antisemitischen Internetseite „Muslim Markt“ werden Verschwörungsmythen gesponnen: „Der inzwischen als angeblicher Einzeltäter vorgestellte Rechtsradikale war sicherlich vieles, aber ganz sicher kein Einzeltäter. Und die Hintermänner dürften das Land – wohin auch immer – schon längt verlassen haben“, heißt es dort, um ebenfalls auf die drohende Anerkennung eines palästinensischen Staates, durch die Regierung Norwegens, hinzuweisen.

Verschwörungstheorien finden sich eben nicht nur auf den Internetseiten der Szene, auf denen derartige Ideen am ungehemmtesten propagiert werden, sondern auch auf verschiedenen anderen Internetseiten, die die Ereignisse ebenfalls verklären.

Viele verschwörungstheoretische Vorsatzstückchen finden sich beispielsweise auf den Internetseiten, die durch ihre rassistische Hetze gegen Muslime auf sich aufmerksam machen. Zum Beispiel in den Kommentaren der Internetseite „Politically Incorrect“, die einräumt, dass die Texte des Anders Behring Breivik „großenteils Dinge“ seien, „die auch in diesem Forum stehen könnten“. Dort heißt es in den Kommentaren beispielsweise:

Es riecht hier so unangenehm stark nach False-Flag, dass ich das Fenster aufreißen möchte.

In weiteren Kommentaren, die vom dortigen deutschen Mob produziert werden, gibt es einige, die mit der Verschwörungsideologie arbeiten, um die Zusammenhänge zwischen der eigenen menschenverachtenden Ideologie und der Tat zu verschleiern. Hier sprechen einige Kommentatoren davon, dass „es stinkt“. Die bereits erwähnte Mitgliedschaft des Anders Behring Breivik in einer Gruppe der Freimaurer wird bemüht:

Dann hatte er den Auftrag von der Loge. Laut viele Büchern schwören die Hochgradmaurer auf den Koran.

Außerdem wird von „gewissen Kreisen“ geraunt, die ein „Interesse“ an den Anschlägen gehabt hätten.

Fast schon putzig erscheint, angesichts des geschilderten verschwörungsideologischen Wahns, mit dem die Geschehnisse verklärt werden, ein Hinweis des bereits erwähnten Kopp-Verlags. Hier weist Udo Ulfkotte auf ein Video hin, das ein Ufo in der Hauptstadt Oslo zeigen soll. „Selbst eine renommierte Wirtschaftszeitung berichtet, unmittelbar nach der Bombenexplosion in Oslo sei über dem Regierungsviertel ein Ufo gesichtet worden“, behauptet der Rechtspopulist.

Außerirdische sind für die Taten verantwortlich. Auch so kann man einen mutmaßlichen Täter und seine Ideologie entlasten. Lustiger als die wahnhafte Ideen von der Täterschaft durch „westliche Mächte“ oder gar den israelischen Geheimdienst Mossad ist diese krude Behauptung allemal.